
Am Petersilienberg in Wentorf versteckt sich hinter einer unscheinbaren Einfahrt ein grünes Kleinod des Ortes. Geht man durch die Einfahrt und folgt dem Pflastersteinweg, so steht man auf einmal vor der Kapelle auf dem Wentorfer Friedhof.
Dieser wurde 1957 durch Pastor Helmut Zinner gegründet. Die heutige Kapelle entstand ein Jahr später nach den Plänen des Hamburger Architekten Friedrich Kraft. Sie bietet rund 150 Sitzplätze. Über dem Altar befindet sich ein aufwendig gestaltetes Buntglasfenster. Durch das Tonnengewölbe besitzt die Kapelle eine hervorragende Akustik – ein Ort der Stille, der oft für Trauerfeiern, Andachten oder auch kleinere Konzerte genutzt wird.
Naturnah, durchdacht und voller Leben
Seit 1995 ist Hagen Slopianka der Leiter des Friedhofes. Mit einer durchdachten Planung und viel Liebe zum Detail lädt der Friedhof die Besucher*innen zum Verweilen ein. Es gibt Nistkästen für Bienen, Eulen, Fledermäuse und Singvögel. Viele Bänke bieten ausreichend Gelegenheit, neue Kräfte zu tanken – mit Blick ins Grüne oder auf die liebevoll gepflegten Grabfelder. „Unser Ziel ist es, nicht nur einen würdevollen Ort für Verstorbene zu schaffen, sondern auch einen Ort des Trostes für die Lebenden“, sagt Slopianka.
Der Name Petersilienberg kommt übrigens nicht von ungefähr. Das Gelände wurde früher als Nutzfläche bewirtschaftet. Eine Anwohnerin erinnert sich: „Meine Großmutter hat hier noch Kräuter und Blumen gepflückt, als es den Friedhof noch gar nicht gab.“
Moderne Grabformen mit Raum für Erinnerung
Der Friedhof der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde hat sich bis heute immer der sich ändernden Bestattungskultur angepasst. Das klassische Familiengrab, welches mehrmals im Jahr durch die Angehörigen gepflegt wird, ist heute kaum noch gefragt. Diesem Umstand trägt der Friedhof dadurch Rechnung, dass Angehörige ein erworbenes Grab jederzeit in ein Rasengrab umwandeln lassen können. Dieses wird dann für den Rest der Laufzeit durch das Team des Friedhofs weitergepflegt.
Durch diese Alternative zum klassischen Grab und zur anonymen Beisetzung werden die Angehörigen entlastet. Außerdem entscheiden sich viele Menschen dann doch nicht für die anonyme Grabstelle ohne Namensnennung. „Viele Angehörige wünschen sich einen Ort, an dem sie Blumen ablegen oder einfach still verweilen können – mit Namen, mit Geschichte, mit Gefühl“, so Slopianka.
Eine weitere Besonderheit auf dem Wentorfer Friedhof sind die Baumgräber. Diese gibt es sowohl für Särge als auch für Urnen. Auch diese werden durch den Friedhof gepflegt. Eine kleine Holztafel am Stamm erinnert dabei an den oder die Verstorbene:n – naturnah und dennoch individuell.
Trauerfeiern, Veranstaltungen & Besuchstipps
In regelmäßigen Abständen finden auf dem Friedhof Gedenkveranstaltungen, ökumenische Andachten oder saisonale Angebote wie das „Lichterfest zum Ewigkeitssonntag“ statt. Die Termine werden auf der Website veröffentlicht.
Besucher*innen erreichen den Friedhof bequem mit dem Fahrrad oder Auto. Parkplätze sind vorhanden. Die Wege sind weitgehend barrierefrei. Wer eine Trauerfeier oder Bestattung plant, sollte frühzeitig Kontakt zur Friedhofsverwaltung aufnehmen – viele Wünsche lassen sich realisieren.
Das Friedhofsbüro befindet sich an der rückwärtigen Kapellenseite. Öffnungszeiten und weitere Informationen finden Sie online.

Waldfriedhof Wentorf
Am Petersilienberg 11 a
21465 Wentorf
Telefon: 040 720 96 07
E-Mail: friedhof.wentorf@web.de
Internet: www.friedhof-wentorf.de
Öffnungszeiten Büro
Montag–Donnerstag: 07:30–16:00 Uhr
Freitag: 07:30–15:00 Uhr
(nach vorheriger Terminabsprache)













