Bestattungen und Nachhaltigkeit.

Zuletzt aktualisiert: 05.02.2026
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Wie ein klimafreundlicher Abschied gelingt
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Nachhaltige Urnen: Die Kohleurne

Biournen sind in der Regel sogenannte Schmuckurnen, welche die Aschekapsel aus dem Krematorium aufnehmen. Die Aschekapseln bestehen mittlerweile ebenfalls aus Lignin.

Die Hersteller der Kohleurne denken den Nachhaltigkeitsgedanken konsequent weiter. Die Urne wird aus Buchenholzkohle gefertigt.

Hierbei können aus einer Buche über 2700 Urnen hergestellt werden.

Die Kohle wird in Form gebracht und mit einem natürlichen Bindemittel versetzt. Wird die Urne beigesetzt, so löst sich das Bindemittel und mit ihr die Urne nach einiger Zeit auf. Auf die Aschekapsel kann bei dieser Urne verzichtet werden. Die Asche wird direkt in die Kohleurne gegeben.

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Die Farbe der Urne ist durch den eingesetzten Rohstoff auf Schwarz beschränkt. Durch individuelle Applikationen kann das Design der Urne jedoch vielfältig angepasst werden. Auch hierbei achtet der Hersteller auf biologisch abbaubare Materialien wie Pappe und Trockenblumen.

Edelzweig: Urnen aus Baumrinde

Die Firma Edelzweig aus Österreich hat es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht, Urnen mit einer möglichst guten ökologischen Bilanz herzustellen. Die Idee: Urnen aus bisher ungenutzten Rohstoffen. In Sägewerken fallen Baumrinde und Stammabschnitte als Nebenprodukte an, die bislang meist verbrannt wurden. Die Gründer von Edelzweig geben diesen Rohstoffen eine neue Verwendung. Dadurch entstehen Urnen mit einer einzigartigen Optik und Haptik sowie einem Geruch, der an einen Waldspaziergang erinnert.

Nachhaltiger Sarg: Der Loop Living Cocoon

Der Sarg wiederum sorgt dafür, dass der tote Körper von den ihn umgebenden Mikroorganismen abgeschottet wird.

Entscheidet man sich alternativ für eine Feuerbestattung, wird der Körper verbrannt und die entstehenden Schadstoffe werden gefiltert. Dabei fällt jedoch sehr viel Abfall an, der als Sondermüll entsorgt werden muss.

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Das Innere des Sarges ist mit einem weichen Moosbett ausgekleidet, in das der verstorbene Mensch gebettet wird.

Die Herstellung dieses Sarges unterscheidet sich grundlegend von der eines traditionellen Holzsarges. Die Myzelien wachsen in einer Form, die mit Holzspänen gefüllt ist. Nach etwa sieben Tagen füllt das Myzel die gesamte Form aus. Anschließend wird es getrocknet, wodurch das Wachstum gestoppt wird.

Der Sarg ist dabei so stabil, dass er ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm tragen kann.

In den deutschen Bestattungsgesetzen – jedes Bundesland hat hier eigene Regelungen – sind für Erdbestattungen meist Vollholzsärge vorgeschrieben. Langsam findet jedoch auch hier ein Umdenken statt. So hat auf dem Ohlsdorfer Friedhof bereits eine Erdbestattung in einem Myzelsarg stattgefunden.

Timo Krüger

Timo Krüger
Geschäftsführer, Bestattungsfachkraft, Beratungen, Trauerfeiern


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