Ziemlich lebhaft – Die Veränderung des Bestattungsgewerbes am Beispiel der Bestattungen Krüger GmbH.
Zuletzt aktualisiert: 31.01.2026
Seit August 2021 hat sich so manch ein:e Lohbrügger:in verwundert die Augen
gerieben.
„Krüger Bestattungen“ hieß nun auf einmal der Bestatter an der Lohbrügger Landstraße 145 a, gegenüber vom Lidl. Viele vermuteten einen Verkauf des Vorgängerunternehmens. Dies war mitnichten der Fall. Michael Krüger, seit über 20 Jahren Geschäftsführer, sah einfach die Zeit für diese Namensänderung gekommen. Mit ihm arbeiten noch sein Sohn Timo Krüger sowie dessen Frau Sophie Krüger in der Firma. Daher machte es absolut Sinn, dies auch durch das Schild über der Tür deutlich zu machen.

Wir sehen uns als Dienstleister
für die Angehörigen.
Auch allgemein ändert sich momentan viel in der Bestattungsbranche. Wo es früher reichte, Angehörige bei der Wahl des Sarges zu beraten, so kümmert sich ein modernes Bestattungshaus heute um viel mehr. Die Kirche mit ihren Riten und Bräuchen verliert an Bedeutung, Angehörige sind nicht immer vor Ort, es gibt immer mehr Bestattungsarten.
Bestatter:innen haben heute die Aufgabe, zuzuhören, zu begleiten, zu trösten, zu organisieren, beraten bei Musik und Trauerrednern, vermitteln Cafés und Steinmetze.
Auch die Firma Krüger erlebt diesen Wandel. „Wir sehen uns nicht als Sarg- oder Urnenverkäufer. Wir sind in erster Linie ein Dienstleister, der die Angehörigen bestmöglich durch die Zeit bis zur Beisetzung und darüber hinaus begleitet und umfassend berät“, erzählt Timo Krüger.

Hierbei geht es um die Organisation der Trauerfeier, die Bestattungsart, welcher Friedhof in Frage kommt, um die Blumen, den Trauerdruck, die Organisation der Trauerfeier.
Daneben sind auch viele formale Dinge zu klären, wie das Besorgen der Sterbeurkunden,
Abmeldungen von Renten und Versicherungen usw.
„Hierfür ist es hilfreich, dass wir uns mit den einschlägigen Bestimmungen und Gesetzen auskennen, um zu wissen, was ist möglich und was nicht. Auch die Friedhöfe und Gegebenheiten vor Ort müssen wir im Hinterkopf behalten. Wir sind die Schnittstelle zwischen den Angehörigen und den Friedhöfen, Kirchen, Florist:innen, Ärzten: innen, Krankenhäusern, Musikeri:nnen und vielen weiteren Involvierten.
Dabei ist es stets das Wichtigste für uns, die Wünsche der Angehörigen umzusetzen. Wir hören erst zu und handeln dann.
Wir trösten, begleiten,
hören zu, organisieren.
Jeder Angehörige ist anders, kein Tod ist wie der andere.
Häufig geht es auch um die Kosten. Eine Bestattung ist immer noch sehr teuer. Durch die Inflation sind auch hier die Preise in den letzten Jahren gestiegen. Daher scheitern viele Wünsche manchmal auch am Finanziellen. Auch hier zeigen wir Alternativen auf, die für die Angehörigen hilfreich sind und den Geldbeutel weniger belasten:
Der Sarg kann ein schlichteres Modell sein und hübsch dekoriert werden: Er kann bemalt werden, wir können mit Tüchern oder Blumen dekorieren.
Eine Schmuckurne sieht schön aus, ist aber nicht vorgeschrieben.Auch eine Aschenkapsel kann von den Angehörigen verziert werden.
Ein üppiger Sargschmuck ist toll, aber auch eine einzelne Rose auf dem Sarg sieht sehr stimmungsvoll aus. Oder die verstorbene Person hatte einen Garten. Warum also nicht Blumen von dort nehmen? Hier gibt es viele Möglichkeiten.
Können sich die Angehörigen die Beisetzung nicht leisten, gibt es die Möglichkeit, dass das Sozialamt die Kosten ganz oder teilweise übernimmt. Auch hier stehen wir Ihnen beratend zur Seite. Damit wir Sie hier bestmöglich unterstützen können, achten wir auf eine fundierte Ausbildung unserer Mitarbeitenden.“
Sophie und Timo Krüger sind ausgebildete Bestattungsfachkräfte. Beide haben außerdem einen Ausbilderschein.
Sophie Krüger ist ausgebildete Trauerbegleiterin und macht momentan die Aufbaustufe. „Mir ist es wichtig, die Angehörigen nach der Beisetzung nicht mit ihrer Trauer alleine zu lassen. Ich habe als Bestatterin meine Arbeit mit der Beisetzung der verstorbenen Person getan, für die Angehörigen beginnt nun aber häufig erst der Trauerprozess. Die meisten kommen dort auch gut durch, aber eben nicht alle. Durch meine Ausbildung kann ich diesen Menschen meine Hilfe anbieten.

Trauerbegleitung findet auch nicht immer erst nach dem Tod eines Menschen statt. Viele Angehörige begleiten Sterbende eine lange Zeit vorher.
Sie erkundigen sich auch schonmal bei uns nach den Möglichkeiten und Preisen. Häufig haben sie auch viele Fragen zur Begleitung der Sterbenden. Auch diesen Menschen kann ich durch meine Ausbildung im Vorwege noch besser helfen.“

„Ist ein Mensch verstorben, so ist es für die Angehörigen natürlich auch wichtig zu wissen, in wessen Obhut man den verstorbenen Menschen gibt“, erzählt Felix Härtner. Herr Härtner ist ebenfalls Bestattungsfachkraft und kümmert sich bei Bestattungen Krüger um die Toten. „Zunächst erfolgt die Überführung vom Sterbeort zu uns in das Institut. Diese Fahrten machen in der Regel Timo Krüger und ich. In einige Krankenhäuser kann ich auch alleine fahren, weil jemand aus der Pathologie mir hilft.
Bei uns im Institut kommen die Verstorbenen zunächst in die eigene Kühlung. Diese befindet sich gleich neben unserem Abschiedsraum in der August-Bebel-Straße 208.
Hier verbleiben sie, bis die Beratung der Angehörigen stattgefunden hat. Ist dann der Sarg ausgesucht sowie die Kleidung, führe ich die hygienische Versorgung durch. Dieser Ausdruck ist Bestatterjargon. Er beinhaltet das Entfernen von Zugängen (dies machen nämlich häufig nicht die Krankenhäuser), die Versorgung von Wunden, das Reinigen von Körperflüssigkeiten, das Schließen von Mund und Augen. Danach wird die Person mit der ausgesuchten Kleidung eingekleidet.
Anschließend bette ich sie in den ausgesuchten Sarg. Bei einer Feuerbestattung erfolgt danach die Überführung in das Krematorium. Bei einer Erdbestattung, oder wenn die Angehörigen noch bei uns am offenen Sarg Abschied nehmen möchten, verbleibt der Mensch bei uns in der Kühlung.
Ich bewahre den Menschen ihre Würde.
Manchmal haben die Angehörigen den verstorbenen Menschen schon gewaschen und angezogen, dann wird er von mir nur in den Sarg gebettet. Angehörige können auch mitwaschen oder gemeinsam mit uns anziehen. Dies kann ein wichtiger Bestandteil der Trauerarbeit sein.
Für mich ist es wichtig, dass die Angehörigen einen friedlichen letzten Anblick von der verstorbenen Person haben, wenn sie Abschied nehmen möchten.
Außerdem kann ich den Toten ihre Würde bewahren, indem ich Zugänge entferne und dafür sorge, dass die Menschen trocken und sauber eingebettet werden.“
Das Team von Krüger Bestattungen weiß um die Herausforderungen, die der Bestatterberuf heute mit sich bringt und nimmt diese mit Freuden an.
Was ist Trauerbegleitung?
Stirbt ein nahestehender Mensch gerät zunächst die gesamte Lebenslage aus dem Gleichgewicht. Lebenspläne und -Träume brechen von einem Tag auf den anderen
zusammen, Entwürfe müssen geändert werden. Der erlebten Trauer Raum zu geben und gleichzeitig das eigene Leben umzugestalten, ist eine große persönliche
Herausforderung. Das persöniiche Umfeld ist nach anfänglichem Verständnis im späteren Verlauf oft mit der Situation überfordert.
Hier kann eine professionelle Trauerbegleitung sinnvoll sein. Trauerbegleiter:innen begleiten die Trauernden durch diese Zeit mit all ihren Facetten. In Gesprächen
wird versucht, die Lebenslage zu stabilisieren und der Person Bewältigungsstrategien mit an die Hand zu geben. Es wird dabei unterschieden zwischen Einzelbegleitung und angeleiteten Trauergruppen.
Eine Trauerbegleitung stellt explizit keine Therapie dar. Dennoch sollte eine professionelle Begleitung aber nur von ausgebildeten Trauerbegleiter:innen durchgeführt werden.
Die Ausbildung wird von verschiedenen Institutionen angeboten, wobei sich die Schwerpunkte und Ausbildungsinhalte durchaus unterscheiden. In Hamburg bietet
das Lotsenhaus diese Ausbildung an:
https://www.hamburg-leuchtfeuer.de/lotsenhaus/













