“Ich möchte Worte finden für das Unsagbare.”

Zuletzt aktualisiert: 06.11.2025

Die Trauerrednerin Uta-Heidrun Wolters stellt sich vor

Manchmal gibt es diese alles verändernden Momente. Die das Leben noch einmal von Grund auf umkrempeln und neugestalten.

Mein Moment begegnete mir bei der Trauerfeier für meine Mutter.

Am Tag des Abschieds, als wäre ihr Geburtstag gewesen, hatte ich mich spontan morgens um 6 Uhr an meinen Laptop gesetzt und einfach losgeschrieben.

Sechs eng beschriebene Seiten später wusste ich:

All das Aufgeschriebene musste ich auch erzählen, mitteilen, wollte selber auch über meine wunderbare, geliebte Mama bei der Trauerfeier sprechen, wollte an ihrem Geburtstag zu ihr sprechen.

Wollte meinen Gefühlen eine – meine Stimme geben.


Von der Rede zum neuen Weg

Und so erzählte ich von ihr. Heiteres und Nachdenkliches, kleine Geschichten, die mich bewegten, von ihrer Liebe zu Geburtstagen und vom Vermissen, vom „Nie wieder“, von der tiefen Sehnsucht nach ihr, und von dem außerordentlichen, so besonderen Menschen, der sie war; dem ich so vieles verdankte, und ohne den ich nun weiterleben musste.

Als wir nach der Feier zusammensaßen, hörte ich von allen Seiten, dass meine Worte berührt und bewegt hatten. „Du hast so schön gesprochen. Wir haben Gunni gesehen. Irgendwann haben wir alle geweint, und schmunzeln, ja sogar lachen, mussten wir auch.“

Und meine Freundin Anke meinte:

„Weißt du Uta, genau das solltest du tun. Trauerreden halten und Menschen bei Trauerfeiern begleiten. Du willst dich doch seit längerem verändern, beruflich neue Wege gehen. Suchst endlich wieder etwas Sinnschaffendes. Das ist doch genau deins. Denk mal drüber nach.“

Und in diesem Moment spürte ich es: Meine Mutter hatte eine Tür geschlossen und eine andere für mich geöffnet.

In den nächsten Tagen las ich viel über Trauerredner und die Herausforderungen dieses Berufes, der ja eigentlich eine Berufung ist. Durch Studium und Beruf wusste ich, dass ich sowohl vor zwei als auch vor 200 Menschen reden kann. Die Liebe zur Sprache, zu Worten, hat mich mein Leben lang begleitet, und der Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen ist mir durch meine mehrjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Patientenbesuchsdienst in verschiedenen Krankenhäusern von Herzen vertraut.

Der Gedanke nahm Formen an und festigte sich. Es fühlte sich gut und stimmig an, und so hielt ich ein Jahr später meine erste „richtige“ Rede.

Dieses eine Jahr hatte ich nach dem Verlust meiner Mutter für mich gebraucht; hatte mir diese Zeit ganz bewusst genommen.


Warum ich diesen Beruf liebe

Seitdem bin ich mit Leib und Seele Trauerrednerin und frage mich manchmal, warum ich diesen wunderbaren Beruf nicht schon immer ausgeübt habe.

Ich empfinde es als Geschenk, Menschen in dieser schweren Lebensphase zur Seite stehen zu dürfen. Mir ist wichtig, dass die Angehörigen sich von mir begleitet fühlen – und trotz aller Angst vor der Trauerfeier – mit einem Gefühl der Sicherheit in diesen Tag gehen können.

Beim Trauergespräch nehme ich mir die Zeit, die sie brauchen, um sich auch an Besonderheiten und kleine Anekdoten erinnern zu können. Ich höre ihnen zu. Helfe ihnen durch behutsames Fragen, die Erinnerungen hervorzuholen und zuzulassen. Manchmal kommt es dadurch sogar zu ausgesprochen heiteren Momenten. Wir lachen dann auch mal herzlich. Vor kurzem sagte die Tochter einer Verstorbenen: „Das tat jetzt aber gut! Dass wir so lachen, hätte meiner Mutter gefallen. Sie war so ein fröhlicher Mensch!“

Neben aller Trauer kann eben auch Heiteres tröstlich sein, bei der Verarbeitung helfen und das Leben und das Wesen des geliebten Menschen ebenso wiedergeben wie Sehnsucht und Vermissen. Aus eigenem Erleben weiß ich, wie wichtig es ist, eine gute und liebevolle Erinnerung an die letzte Feier des Menschen zu haben, der einem so unendlich viel bedeutet hat.

Deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, das Leben des/der Verstorbenen und das, was ihn/sie ausgemacht hat, mit all seinen Facetten und Besonderheiten in der Trauerrede noch einmal lebendig werden zu lassen. Ich möchte den Angehörigen mit einer trost- und kraftspendenden Rede einen Anker für die schwere Zeit nach der Trauerfeier und Beisetzung mitgeben. Ihnen die Gewissheit geben, dass ihr geliebter Mensch würdevoll und mit Herz verabschiedet wurde.

Kurz: Ich möchte Ihnen eine Feier zum Abschied schenken, an die Sie sich mit einem wirklich guten Gefühl erinnern können.

KURZINFO: Der Beruf des Trauerredners/ Trauerrednerin

Früher oblag den Kirchen die Begleitung der Angehörigen auf einer Trauerfeier. Der Pastor oder die Pastorin hat die Ansprache gehalten, jede Trauerfeier war gleichzeitig ein Gottesdienst. Durch die zunehmende Säkularisierung wird heute aber nicht mehr jede Trauerfeier durch einen Pastor / eine Pastorin oder einen Priester durchgeführt. War der Verstorbene / die Verstorbene kein Kirchenmitglied, so haben die Angehörigen in der Regel keinen Anspruch auf geistliche Begleitung.

Dies wird meist auch nicht gewünscht, da sich der Verstorbene / die Verstorbene ja zu Lebzeiten bewusst gegen die Kirche entschieden hat. Durch den Wegfall der religiösen Rituale mussten aber neue, weltliche Rituale gefunden werden. Außerdem musste trotzdem jemand die Rede halten. Dadurch hat sich der Beruf des weltlichen Trauerredners / der weltlichen Trauerrednerin entwickelt.

Diese haben die Reden auf Trauerfeiern zu ihrem Beruf gemacht. Trauerredner/innen können direkt durch die Angehörigen oder aber über den Bestatter informiert werden. Jeder gute Bestatter hat in der Regel mehrere Redner und Rednerinnen zur Auswahl.

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