
Der Klimawandel ist durch die Corona-Situation zwar ein wenig in den Hintergrund gerückt. Aber auch die Pandemie ist das Ergebnis unserer bisherigen Lebensweise. Dies kommt auch immer mehr bei den Unternehmen der Wirtschaft an. Und auch vor der Bestattungsbranche macht dieser Trend zum Glück nicht Halt.
Unsere Erde ist endlich und auch die Ressourcen, welche wir nutzen, sind irgendwann aufgebraucht. Wir müssen uns umstellen und unser Leben versuchen, so nachhaltig wie möglich zu leben.
Doch wie kann dies auch nach dem Tod geschehen? Wie kann eine nachhaltige, klimaneutrale Bestattung aussehen?

Der Sarg
In Deutschland sind nur Särge aus Vollholz erlaubt. Hierbei kommt es zum Einen darauf an, um welche Holzart es sich handelt und woher das Holz stammt. Es gibt Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Auch die Transportwege spielen eine große Rolle. So ist ein Sarg aus schnellwachsenden Bambushölzern, welche aus Asien stammen, eher weniger nachhaltig als ein Vollholzsarg aus heimisehen Hölzern, wie zum Beispiel Kiefer oder Eiche. Auch die Verarbeitung spielt eine große Rolle. So sollte auf lösemittelhaltige Lacke und Kleber sowie auf Sargbeschläge aus Kunststoff oder Metall verzichtet werden. Die Alternative ist ein unbehandelter oder geölter Holzsarg mit Beschlägen aus Holz oder Seil.

Die Wäsche
Die Kleidung des verstorbenen Menschen sollte aus Baumwolle, Leinen oder Seide bestehen. Kunstfasern sollten nicht angezogen werden.
Auch die Sargpolsterung sowie die Decke und das Kissen sollen biologisch abbaubar sein und keine Kunststoffe enthalten.
Die Einladungen
Die Einladung zur Trauerfeier kann auf Naturpapier gedruckt werden.
Oder die Gäste erhalten einen Einladungslink, so dass gar kein Papier verbraucht wird.


Die Blumen
Die Blumen zur Trauerfeier können aus jahreszeitlichen Blumen bestehen, die in der Region wachsen. Dies spart häufig sogar Kosten. Außerdem werden heimische Betriebe unterstützt.
Alternativ zu Schnittblumen können für die Dekoration der Trauerfeier auch Pflanzblumen verwendet werden. Diese werden nach der Trauerfeier nicht entsorgt, sondern können auf der Grabstelle eingepflanzt werden.
Der Friedhof
Der Friedhof sollte in der Nähe liegen und eine gute Infrastruktur besitzen. Viele Friedhöfe sind gut mit den ÖPNV zu erreichen. Durch ihre reichhaltige Bepflanzung sind sie gerade in der Großstadt grüne Oasen und leisten einen großen Beitrag zur Biodiversität. Meist finden viele Arten an Bienen und Insekten eine gute Heimat.


Das Grabmal
Das Grabmal sollte aus Steinen aus der Region bestehen. Viele Steine werden aus dem asiatischen Raum importiert. Alternativ kann auch über ein Grabmal aus Holz nachgedacht werden. Hier sind immer auch die Gestaltungsvorschriften der jeweiligen Friedhöfe zu beachten.

Die Feuerbestattung
Bei einer Einäscherung entstehen viele Schadstoffe. Moderne Krematorien haben aufwendige Filteranlagen, welche die Schadstoffe aus der Abluft filtern. Diese müssen natürlich trotzdem später entsorgt werden. Der Bestatter kann das Krematorium frei aussuchen.
Er sollte darauf achten, dass es sich in der Nähe befindet und möglichst moderne Filteranlagen besitzt. Viele Krematorien beziehen ihren Strom mittlerweile aus nachhaltigen Quellen. Die Aschekapsel besteht in Deutschland heute aus biologisch abbaubaren Materialien. Darauf sollte auch bei der Auswahl der Schmuckurne geachtet werden. So gibt es biologisch abbaubare Urnen aus unterschiedlichen Materialien. Dies kann unbehandeltes Holz oder auch Keramik sein (Keramikurnen werden unter der Temperatur von 500 °C gebrannt, wodurch sie im Erdreich vergehen).
Wir alle können mit unserer Lebensweise und unseren Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen, unsere Umwelt beeinflussen. Und wir alle können auch die Angebote der Wirtschaft durch unser Kaufverhalten beeinflussen. Lassen Sie uns sofort damit anfangen. Damit wir auch unseren nachfolgenden Generationen noch einen lebenswerten Planeten hin lassen.

Timo Krüger
Geschäftsführer












