Wer muss die Bestattung zahlen? Bestattungspflicht ≠ Kos­ten­tra­gungspflicht

Die nächsten Angehörigen einer verstorbenen Person sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich um die Bestattung zu kümmern. Dies regeln die Bestattungsgesetze der Bundesländer. Dies heißt jedoch nicht automatisch, dass die bestattungspflichtige Person die Bestattung auch bezahlen muss (Kostentragungspflicht). Dazu sind nämlich zunächst einmal die Erben verpflichtet. Die Kostentragungspflicht ergibt sich aus privatrechtlichen Aspekten, die Bestattungspflicht ist dagegen ein öffentliches Recht.

Die bestattungspflichtige Person ist als Vertragspartner gegenüber dem Bestatter natürlich trotzdem zahlungspflichtig. Sie kann sich dann die ihr entstandenen Kosten ggf. aber von den Erben wiederholen. Sind keine Erben vorhanden, so kann sich die Kostentragungspflicht auch aus einem anderen Rechtsgrund ergeben. Sie bestimmt sich dann nach dem Unterhaltsrecht.

Die bestattungspflichtige und der kostentragungspflichtige Person können also durchaus übereinstimmen.

Die Reihenfolge der Bestattungspflichtigen ist in den einzelnen Bestattungsgesetzen der Bundesländer geregelt. Eine Übersicht über die Bestattungsgesetze finden Sie hier. Für Hamburg gilt folgende Reihenfolge:

a) der Ehegatte oder der Lebenspartner ,

b) die ehelichen und nichtehelichen Kinder,

c) die Ehegatten oder Lebenspartner der ehelichen und nichtehelichen Kinder,

d) die Stiefkinder,

e) die Ehegatten oder Lebenspartner der Stiefkinder,

f) die Enkel,

g) die Ehegatten oder Lebenspartner der Enkel,


h) die Eltern,

i) die Geschwister,

j) die Stiefgeschwister,

k) die Großeltern,

l) die Verschwägerten,

m) die Kinder der Geschwister,

n) die Geschwister der Eltern,

o) die Kinder der Geschwister der Eltern,

p) die Verlobte/der Verlobte, auch im Sinne
des Lebenspartnerschaftsgesetzes,

q) die Lebensgefährtin/der Lebensgefährte.